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Battlefield 5 im Test - Die neue Größe am Multiplayer-Himmel

Unsere Wertung steht: Battlefield 5 ist der beste Teil der Serie seit 2011 und ein neuer Höhepunkt im Multiplayer. Trotzdem gibt es auch Anlass zur Kritik.

von Philipp Elsner Battlefield 5 ist keine Revolution, keine radikale Neuausrichtung der Serie. Stattdessen will das Entwicklerstudio Dice mit behutsamen Veränderungen das bewährte Spielprinzip weiterentwickeln und verfeinern: mehr Teamwork, besseres Waffen-Handling, emotionalere Kampagne.

Viele der neuen Features lesen sich vielleicht wie ein nettes Gimmick, verändern aber in Summe die Art und Weise, wie wir Battlefield spielen - vor allem im Multiplayer. Durch die Streichung des Premium-Modells geht Dice außerdem den Weg eines modernen Service-Spiels: Regelmäßiger und kostenloser Content-Nachschub soll Battlefield 5 ständig erweitern und langlebiger machen. Im Einzelspieler-Modus stolpert Battlefield 5 dagegen über das eigene Gameplay und fällt unsanft in die Belanglosigkeit.

Für unseren Test widmen wir uns den einzelnen Aspekten von Battlefield 5 wie dem Multiplayer, dem Battle-Royale-Modus Firestorm oder der Einzelspieler-Kampagne in separaten und ausführlichen Beiträgen. In der Test-Zentrale dieses Artikels läuft schließlich alles zusammen und hier findet ihr auch die endgültige Gesamtwertung.

BattelfieldV 1

 

Schlachtfeld-Stimmung

Eines muss man mal ganz klar festhalten: Battlefield 5 ist der wahrscheinlich schönste Shooter, den wir bis jetzt gespielt haben! Dice hat aus der bewährten Frostbite-Engine alles rausgeholt und erzeugt eine Schlachtfeld-Stimmung wie kein anderes Spiel auf dem Markt.

Besonders die schönen Partikel-Effekte sind uns im Test aufgefallen: Laub weht glaubwürdig über den Waldboden, Schnee- und Sandstürme sorgen für eine beängstigende Stimmung und Funken sprühen von den zerstörten Strommasten in urbanen Ruinen.

Nichtsdestotrotz sind uns ein paar kleine Ungereimtheiten aufgefallen, wie in der Luft schwebende Objekte oder Clipping-Fehler, bei denen Gliedmaßen der Soldaten durch feste Objekte hindurch ragen. Für ein besonderes Atmosphäre-Plus sorgen dafür die außergewöhnlichen Soundeffekte, die Dice mit enormem Aufwand für BF5 produziert. Der Knall eines Gewehrs, das Rasseln von Panzerketten oder das Knattern einer V1 - alles klingt hier absolut glaubwürdig und satt.

Multiplayer-Test: Das Herzstück von Battlefield

Im Kern ist Battlefield schon immer ein Multiplayer-Shooter gewesen. Für die meisten Spieler ist deshalb die entscheidende Frage dieses Tests: Wie gut schneidet Battlefield 5 im Mehrspielermodus ab?

Die klare Antwort darauf: sehr gut! Battlefield 5 dreht an den entscheidenden Stellschrauben, um ein rundum gelungenes Multiplayer-Paket abzuliefern. Das sind oft nur vermeintlich kleinere Änderungen, wie die Streichung der 3D-Spotting-Mechanik, hervorragend optimierte Panzer-Steuerung und mehr Teamplay-Optionen durch die Squad-Revives. Dazu kommt das "Fortifications" getaufte Bau-System, das viele neue strategische Optionen eröffnet, und acht wunderbar designte Launch-Maps, die zum Besten gehören, was man seit Jahren in einem Multiplayer-Shooter gesehen und gespielt hat.

Und selbst das von Fans mit Sorge beäugte Customization-System besticht mit detaillierten und thematisch passenden Skins und Anpassungsoptionen und sorgt für mehr Langzeitmotivation, als die Lootkisten in Battlefield 1.

Singleplayer-Test: Eine gute Idee scheitert grandios

Battlefield 5 bringt mit den War Storys das Episoden-Format von Battlefield 1 zurück. Und statt mit platten Heldengeschichten und ausgelutschten Szenarien wie der x-ten D-Day-Landung, will man diesmal mit emotionalen Schicksalen an bislang weitestgehend unbekannten Fronten und Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs punkten. Ein guter Ansatz, der allerdings schnell am plumpen und repetitiven Gameplay und dem eigenen Erzählformat scheitert. Denn die Kriegsgeschichten sind zwar durchaus emotional präsentiert und warten mit gut geschriebenen Charakteren auf. Am Ende führen aber zum Gähnen langweilige Missionsmuster, Horden von KI-Kanonenfutter und die schnellen Wechsel von einem Kapitel zum nächsten, die Prämissen der War Storys völlig ad absurdum.

Übrig bleibt am Ende nur das Gefühl, zu wenig Zeit gehabt zu haben, sich mit den Figuren und ihren tragischen Geschichten richtig auseinanderzusetzen und ein eher mittelprächtiges Tutorial für den Multiplayer gespielt zu haben.